Die unsichtbare Gefahr – Covid19


Tamara hat sich bereits zu der aktuellen Situation geäussert. Ich möchte hiermit auch noch einen kleinen Beitrag leisten.

Genau wie sie, und viele von euch wahrscheinlich ebenfalls, höre ich dauernd, dass ich doch mit meiner Krankheit zur Risikogruppe gehöre und Zuhause bleiben müsse. Auch ich habe mich möglichst rasch bei meinem Diabetologen informiert und nachgehakt. Er empfahl mir das Gleiche wie allen anderen Menschen momentan geraten wird: möglichst Zuhause bleiben, grössere Menschenansammlungen meiden und die Hygienevorschriften beachten. Ich hätte als junge Frau mit Diabetes Typ 1 und einer guten Blutzuckereinstellung nicht mehr oder weniger als andere in meiner Altersgruppe zu befürchten.

Als Lehrerin habe ich ebenfalls klare Vorschriften, was ich tun muss. Ich bereite „den Unterricht“ für „meine Kinder“ Zuhause vor. Dies erfordert, dass ich gelegentlich auch in die Schule muss, um vorzubereiten. Ich verlasse also das Haus, treffe teilweise auch Arbeitskollegen und Kolleginnen an, wir unterhalten uns immer mit genügend Abstand und tauschen uns aus. Hin und wieder bereiten wir auch etwas gemeinsam vor. Einkaufen gehe ich auch immer noch. Allerdings habe ich Besuche/Treffen zu und mit Freunden, Freundinnen, Familienmitgliedern auf ein Minimum beschränkt (Spaziergang, kurzen Kaffee auf der Terrasse).

Meinen Freund sah ich zwei Wochen lang nicht. Da ich in einer WG-lebte, wollte ich sie und mich schützen. Und da ich wusste, dass wir anfangs April sowieso zusammenziehen würden und dann viel Zeit miteinander verbringen können, war das Ganze für mich auch nicht schlimm. Den Umzug gestalteten wir dann so, dass er seine Sachen selber zusammenpackte und in die neue Wohnung brachte. Ich tat dasselbe mit meinen Sachen. Da wir keine Helfertruppe zusammentrommeln konnten und niemanden gefährden wollten, waren wir doch mindestens vier volle Tage mit Umziehen beschäftigt. Auch hatte ich schon lange nicht mehr solchen Muskelkater. Aber hey, ich habe bei all den schweren Schachteln gemerkt, dass ich stärker bin als ich dachte :D.

Meine WG-Mitbewohner haben zum Glück dann auch noch ein bisschen geholfen und bei meinem Freund ebenfalls zwei drei Freunde – mit Abstandsregeln wo es ging natürlich. Denn ein Klavier, Bettsofa, Bett etc. lassen sich halt dann doch nicht einfach so alleine mir nichts dir nichts tragen.

Angst vor einer Ansteckung habe ich momentan nicht. Beunruhigend ist es manchmal aber doch, wenn man die Nachrichten liest und schaut. Deshalb versuche ich mich nicht verrückt werden zu lassen und lenke mich mit Dingen ab, die ich gerne mache. Momentan zeichne ich beispielsweise viel, lese wieder mehr oder gehe mal zum Joggen oder Spazieren, wenn ich nicht arbeite. Auch habe ich begonnen vermehrt zu Backen. Über einen frischen Zopf oder Apfelstrudel kann ich mich immer wieder freuen :D. Was tut ihr, um euch abzulenken/zu beschäftigen?

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