F.I.T - Clean 9

Aktualisiert: 23. Apr 2019

Meine Mitbewohnerin überredete mich kürzlich, mit ihr das Clean 9 durchzuführen. Möglicherweise hast du bereits davon gehört. Falls nicht, hier eine Kurzversion: Dies ist eine Kur, welche neun Tage lang dauert. Mithilfe von einem Aloe Vera Saft und einem Shake führt man eine Reinigung für den Körper durch. Man verzichtet dabei auf Kaffee, Alkohol, Süssigkeiten und auf zahlreiche Kohlenhydrate. Will man zusätzlich abnehmen, werden keine Kohlenhydrate konsumiert und Fitnessübungen sind Pflicht.


Auf jeden Fall möchte ich mit dieser 9-Tages-Kur nicht abnehmen, sondern lediglich meinem Körper etwas Gutes tun und meinen Körper von Altlasten befreien. Dies soll helfen mich sowohl besser, als auch fitter zu fühlen. Ebenfalls erhoffe ich mir persönlich, dass ich den gesunden Einfluss nach diesen 9 Tagen auf meinen Alltag übertragen kann. Dies soll heissen, dass ich weniger Schokolade esse sowie weniger Kaffee trinke. Auch möchte ich in Zukunft meine Ernährung ausgewogener gestalten und noch mehr auf Dinkel- und Vollkornprodukte zurückgreifen.


Nun stellte sich mir natürlich die Frage, ob dieses Programm mit Diabetes Typ 1 überhaupt durchführbar ist. Meine Ernährungsberaterin war skeptisch und riet mir davon ab. Hmmm... was tun? Meine Mitbewohnerin blieb standhaft und stellte Nachforschungen an. Anscheinend hat es bereits jemand mit Diabetes Typ 1 versucht und auch darüber berichtet. Diese Diabetikerin schrieb, dass sie bereits 4x das C9 gemacht habe. Während dieser Zeit reduzierte sie das Basisinsulin und liess das kurzwirkende Insulin ganz weg. Also gut, meine Entscheidung stand fest. Wenn du Lust hast, kannst du nun meine Tages-Erfahrungen nachlesen.


- Tag 1 -

Sonntagmorgen - kein Frühstück. Uff, für mich schrecklich. Ich liebe es am Morgen etwas zu essen, vor allem am Wochenende. Na ja, ich habe mir die Suppe bzw. den Aloe Vera Saft selbst eingebrockt. Auf nüchternen Magen gibt es den reinen Saft, d.h. in meinem Fall eklig und ungezuckert. Meine Freundin hat einen mit Beerengeschmack, gezuckert.


Bis zum „Mittagessen“ gibt es nichts. Hungergefühl plagt mich noch nicht. Am Mittag darf ich dann schliesslich einen Shake Mix mit Mandelmilch trinken. Nachmittags gibt es einen kleinen Pulversnack aufgelöst in Wasser. Dieser soll dank den darin enthaltenen Ballaststoffen zusätzlich sättigen. Es läuft gut. Gegen Abend gehe ich mit meinem Freund an den Geburtstag einer sehr guten Freundin. Wie du feststellst, ein idealer Tag um eine solche Kur zu starten.


All diese Leckereien, ich kriege Hunger. Das Essen ist omnipräsent, wie gerne würde ich da zugreifen. Ich bin hungrig. Tapfer verzichte ich auf Vor-und Nachspeise sowie auch den Hauptgang und stürze meinen leckeren Saft möglichst ohne zu atmen und in einem Schnurz um Punkt sechs Uhr runter. Ich bin immer noch hungrig. Warum tue ich mir das an?


Ok, falsche Einstellung; ich tue mir etwas Gutes, Essen gibt es bald wieder, was sind schon 9 Tage meines Lebens. Alles wird gut. Und das tut es. Ich überstehe den Abend und zur Belohnung gibt es vor dem Schlafengehen nochmals 120ml Aloe Saft. Weil mein BZ nur knapp über vier ist, esse ich zusätzlich noch einige Dörraprikosen. Mit fast leerem Magen gehe ich also zu Bett.

Dummerweise genügen die Dörrfrüchte nicht. Ich wache mitten in der Nacht auf und darf noch einen Apfel essen.


Basisinsulin um zwei reduziert, d.h. für mich 8 statt 10 IE (=Insulineinheiten)

Kurz wirkendes Insulin weggelassen.


- Tag 2 -

Der Wecker klingelt. Echt jetzt?! Ich bin noch soooo müde. Ich fühle mich gerädert und spüre meinen Kopf bereits etwas. Kopfschmerzen im Anflug... och nö. Hungrig bin ich wenigstens nicht mehr. Schnell ins Badezimmer, Aloe Saft trinken und auf zur Arbeit. Für das Mittagessen habe ich meinen Shake mit dabei. Am Nachmittag werden meine Kopfschmerzen schlimmer. Ich kann mich nicht mehr gut konzentrieren und vertrage nicht viel, will heissen ich bin schneller genervt. Um nicht noch in ein Tief, blutzuckertechnisch, zu rutschen, esse ich einige Dörrfrüchte. Um vier Uhr mache ich Feierabend, da ich noch zu meinem Hausarzt muss, um meinen Hba1c kontrollieren zu lassen. Die Freude über den Wert von 6,5 mmol ist riesig. Mein bester Wert in meiner bisher noch kurzen Diabeteskarriere. Immerhin etwas Erfreuliches heute.

Zuhause angekommen setze ich mich vor den Fernseher. Ausser nochmals zweimal den Aloe Saft trinken, wird nichts mehr getan. Müde falle ich ins Bett... in der Hoffnung, dass am Morgen alles besser ist.

Auch in dieser Nacht wache ich auf und darf wieder eine Frucht essen.


Basisinsulin um noch eine Einheit reduziert (7 IE)

Kurz wirkendes Insulin weggelassen


- Tag 3 -

Dienstags arbeite ich von Zuhause aus; schreibe an meinem Blog und/oder arbeite an meinem Schminkbusiness. Naja, manchmal kommen mir auch andere Sachen wie heute dazwischen. Kurz vor zehn düse ich mit meinem Fahrrad zu meinem Termin mit meiner Ernährungsberaterin. Heute ist es das letzte Mal bis auf unbestimmte Zeit. Das Gespräch verläuft tip top, denn Wissen habe ich mittlerweile genug. Zufrieden erledige ich noch einige Dinge in der Stadt, dann wieder ab nach Hause. Ich erledige vieles; Bürokram, Wäsche waschen, putzen, aufräumen, einen Bericht für die Arbeit schreiben und, und, und. Ich fühle mich so fit wie schon lange nicht mehr. Zwischendurch esse ich einen Gemüsedip; Gurke und Karotte mit Soyana-Aufstrich. Irgendwie beschert mir dieser Snack einen Schluckauf. Ich hasse es!! Mir wird komischerweise immer ein bisschen übel dabei. Warum auch immer. Wie es mit dem Schluckauf so ist, bleibt es oftmals nicht bei diesem einen Mal. Und tatsächlich; eine Stunde später, ich darf wegen meines BZ eine Frucht essen, ist er wieder da.


Es wird langsam Abend. Wie gut ist es doch heute Tag drei. In der Küche zaubere ich mir schnell Dinkelspätzli mit Sauerkraut und Tofu. Abendessen, lecker. Ich fühle mich happy und zufrieden J Fast fertig gegessen, klingelt es an der Tür, mein Freund ist da. Zeit um in den Tanzkurs zu gehen. Zum Glück habe ich für meine Mahlzeit kein kurz wirkendes Insulin gespritzt und einige Kohlenhydrate gegessen. Durch das Tanzen sinkt mein Blutzucker später auf 4,4mmol. Vor dem Schlafengehen esse ich daher nochmals eine Frucht. In dieser Nacht wache ich ebenfalls auf und esse einige Trockenfrüchte.


Basisinsulin 7 IE

Kurz wirkendes Insulin weggelassen


- Tag 4 –

Die Arbeit fällt mir heute leicht und macht Spass. Ich merke, dass ich geduldiger und noch fröhlicher als sonst bin. Vor allem hätte ich gedacht, dass mir das Verzichten noch viel schwerer fallen würde.


Abends bin ich mit meinem Freund in Zürich. Wir wollen im Sommer für ca. siebzehn Tage in die Ferien fahren, sind uns allerdings noch nicht sicher wohin die Reise gehen soll. Anschliessend gehen wir was schönes Essen. Kur und Restaurant müssen vereint werden. Eine kleine Challenge. Für mich gibt es also möglichst keine Kohlenhydrate. So einfach hatte ich es noch nie. So viele Gerichte fallen direkt weg. Übrig bleibt natürlich der allbekannte Fitnessteller. Mein Freund greift zu Pasta und einem Glas Wein. Wein – da würde ich jetzt auch nicht „Nein“ sagen. Einstellung!! Ignorieren und mich auf den Salat freuen, das ist die Devise. Bla bla bla bla - ich schwatze unheimlich viel. Ha, das lenkt ab. Gut gemacht. Ich bin Stolz auf mich. Mmmmh und der Salat ist echt lecker, vor allem auch die Pouletstreifen dazu. Bombastisch. Vielleicht liegt es teilweise auch daran, dass ich schon seit ein paar Tagen nichts mehr so würziges und saftiges gegessen habe. Ein Stück Brot liegt ebenfalls drin. BZ sei Dank. Oh jeeee... die Kellnerin stellt einen richtig lecker aussehenden Cheescake direkt auf den Nachbartisch. Och, ich werde doch etwas neidisch. Nicht hinschauen. Nicht hinschauen. Weiter schwatzen, weiter essen. Geht doch. Dann eine halbe Stunde später,...mein Freund...: „Duuu, darf ich diesen lauwarmen Schokokuchen mit flüssigem Inhalt bestellen? Den vom letzten Mal...“ Ich überlege. Weisst du was, für mich ist das total ok. Ich gönne es dir. Weisst du wieso? Er guckt mich fragend an. Ich erwidere, dies sei sein erster Nachtisch, den er in meiner Gegenwart ganz alleine essen könne und er mir nicht einmal ein „Probiererli“ abgeben „muss“. Er strahlt mich an wie ein kleines Kind, süss. Die Kellnerin bringt schliesslich das Küchlein mit zwei Löffeln, wie nett von ihr, denke ich mir. Mein Freund gibt freudig bekannt, dass wir nur einen bräuchten und ich keinen Nachtisch möchte. Ich möchte nicht!? Ich darf bzw. soll nicht... hrmpf.


Mit der Einstellung lässt sich viel machen. Lachend teile ich meinem Freund mit, dass wir einfach nächste Woche nochmals hierher zurückkehren und ich dann einen Cheescake als Hauptspeise und ein Schokoküchlein zum Nachtisch bestellen werde.

Schlussendlich kehre ich nach Hause zurück und falle zufrieden mit mir ins Bett.


Basisinsulin um noch eine Einheit reduziert (6 IE)

Kurz wirkendes Insulin weggelassen


- Tag 5 -

Bereits Donnerstag, d.h. am Mittag die Hälfte geschafft!:) Mein längster Arbeitstag steht mir bevor. Ich stehe um 6:10 auf und werde erst gegen 18:30 wieder nach Hause kommen. Heute gibt es als Mittagessen daher keinen Shake sondern Blumenkohl-Reis mit rotem Poulet-Curry und weiterem Gemüse. Mein BZ ist den ganzen Tag über enorm stabil. Er bewegt sich zwischen vier und acht. Nachmittags brauche ich ab und an einige Dörrfrüchte, ebenfalls abends nach meinem Cashew-Milchshake. Vor dem Schlafengehen esse ich sogar noch eine Orange. Ein strenger, unspektakulärer Tag geht zu Ende...


Basisinsulin 6 IE

Kurz wirkendes Insulin weggelassen


- Tag 6 -

Unheimlich wie schnell doch die Zeit vergeht. Bereits Tag sechs. Noch nie habe ich so lange keinen Bissen Schokolade gegessen.


Alles verläuft wie bis anhin; mein BZ hält sich hervorragend, ich habe genug Energie und bin zufrieden. Abends koche ich mit meiner Mitbewohnerin nochmals „Reis“. Dieses Mal mit Gehacktem und Peperoni mit Spiegelei. Klingt komisch, ist aber köstlich. Und heute ist es soweit; das erste Mal würde ich liebend gerne ein kleines Stückchen Schokolade essen. Auch noch eine Stunde später ist der Wunsch noch da. Kaugummi und Tee sollen mich davon abhalten... mal schauen, ob ich es durchziehen kann. Wir gucken nun noch einen Film, daher schreibe ich morgen wieder...


Basisinsulin 4 IE

Kurz wirkendes Insulin weggelassen


- Tag 7 -

Während des Filmes durfte ich noch eine Packung Blevitas essen, in der Hoffnung, dass ich durchschlafen könnte und wenigstens nicht wegen eines Tiefs wieder aufwache.

Mein Wecker klingelt um 6:30, schnell schaue ich die Wetterprognosen nach. Schade. Meine Cousine und ich beschliessen im Bett zu bleiben und nicht auf die Piste zu gehen. Schnee und Nebel sind nicht so toll, um das erste Mal in dieser Saison auf unsere „Bretter“ zu stehen. Schlafen ist bei mir aber nun Fehlanzeige. Geht nicht mehr. Und wenn ich einmal wach bin, dann möchte ich jeweils auch gleich etwas essen. Ich trinke also meinen Aloe Saft und meinen Vanille-Shake und esse einige Früchte. Ich kehre wieder ins Bett zurück um einfach noch ein wenig zu lesen/recherchieren. Gegen zehn treffe ich meine Cousine zum Joggen. Ein bisschen Bewegung schadet ja nicht und diese Woche habe ich noch kein Sport, bis auf das Tanzen natürlich, gemacht. Mein BZ ist anfangs bei 10.0mmol. Wir sind etwa ¾ - Stunden draussen. Wir joggen eher gemütlich und schwatzen dabei viel. Wieder Zuhause zeigt mein Freestyle libre 5.6mmol stark sinkend an. Bevor ich also unter die Dusche hüpfe, esse ich noch eine Orange.

Wie ich vorhin erwähnte, betrieb ich vorhin noch eine Recherche. Da ich bereits bei einer Körperreinigung angekommen bin, möchte ich mir auch von aussen in Zukunft (wieder) Gutes tun. Vor einem Jahr ca. las ich das Buch „Schönheit braucht keine Zusätze“ von Victoria Rust. Einige Dinge probierte ich aus, behielt aber nur wenige bei, da ich teils „meins“ (noch) nicht gefunden hatte, teils ich zu wenig Zeit hatte. Ich wusch mir z.B. die Haare nur mit Zitrone, nur mit Natron und einmal nur mit Heilerde. Damals fand ich also nicht das Richtige für meine Haare. Heute probiere ich daher einmal Roggenmehl aus. Es klappt ganz gut, das will heissen, es ist schnell angerührt, lässt sich gut auf der Kopfhaut verteilen und wieder ausspülen. Den Abfluss verstopft es nicht, habe ich extra auch nachgelesen. Ich trockne meine Haare mit dem Föhn, da ich nachher das Haus wieder verlasse. Meine Haare fühlen sich gut an. Ich kann sie auch problemlos kämmen. Diese Methode probiere ich sicher wieder aus...


Nachmittags bin ich noch unterwegs und brauche zwischendurch einige wenige Dörrmangos. Ich merke, dass ich weniger Früchte brauche als die Tage zuvor. Die Basis von 4 IE scheint mir perfekt zu sein. Klar könnte ich noch auf 3 oder sogar 2 reduzieren, um gar nicht mehr auf Früchte angewiesen zu sein. Das möchte ich allerdings nicht. Abnehmen ist schliesslich nicht mein Ziel.


Zum Abendessen bereite ich mit meiner Mitbewohnerin den, leider wie wir später feststellen mussten, „Festgraus“ vor. Wir sind beide enorm hungrig und etwas planlos. Wir bereiten Erbsenpüree, Salat, Pouletwienerli, Kichererbsenomeletten und Grünes Thai Curry mit Tofu zu. Die Edammame zur Vorspeise lassen wir nun doch weg. Das Ganze klingt etwas absurd, gebe ich zu, und stelle später fest: ist es auch! Der Salat ist mir zu bitter und die Omeletten sind nicht zu retten, nein liebe Mitbewohnerin, auch mit Speckwürfeli nicht. Das Erbsenpüree ist lecker geworden, verbessert aber alles Weitere nicht. Unser Mitbewohner isst tapfer mehrere Omeletten mit viel Erbsenpüree ohne zu jammern, guter Junge. Mein Freund amüsiert sich bestens und schlürft genüsslich seine Erbsensuppe, die ich ihm wegen einer Magenverstimmung zubereitet habe. Die Erbsengerichte sind beide von mir. Meine Mitbewohnerin meint, sie stehe morgen wohl lieber nicht mehr in die Küche, hihi.


Gemeinsam spielen wir zwei Durchgänge Brandy Dog und schauen dann noch einen Film. Ich werde immer müder und schlafe schliesslich ein. Wie so oft, zum Abspann wache ich auf und gähne „was für ein toller Film“. Gute Nacht.


Basisinsulin 4 IE

Kurz wirkendes Insulin weggelassen


- Tag 8 -

Oh oh, Rumpeln im Bauch... Durchfall... krank? Ich hoffe nicht. Vielleicht das Essen gestern? Ich bleibe lieber noch etwas im Bett. Gegen halb zehn Uhr stehe ich auf, trinke meinen Shake. Rumpeln ist noch nicht vorbei und bleibt auch den Morgen über. Als ich die News auf meinem Handy lese, entdecke ich ein Ingwer Rezept, welches Grippen vorbeugen soll. Ha, das probiere ich doch gleich aus. Zutaten habe ich alle da, hervorragend. Schnell eine Orange geschnippelt, etwas Ingwer geschnitten und ab in ein Glas. Das Ganze mit heiss Wasser übergiessen und ziehen lassen. Schlussendlich einen Schuss Apfelessig und etwas Honig beifügen. Fertig ist der Heiltrank. Da es mir schmeckt, trinke ich mehrere Portionen bis zum Abend und esse dazu genüsslich einige Nüsse. Zum Glück geht’s meinem Bauch besser.


Abends bereite ich Ofengemüse zu, mein Mitbewohner Pouletbrüstchen umwickelt mit Speck. Meine Mitbewohnerin hilft doch mit und schneidet mit mir Gemüse. Das Essen gelingt uns einiges besser als gestern, so dass wir uns den Bauch vollschlagen.


Basisinsulin 4 IE

Kurz wirkendes Insulin weggelassen


- Tag 9 -

Geschafft!!!!! Letzter Tag. Heute darf ich sogar zweimal richtig essen. Den Aloe Vera Saft und meinen Shake gibt es nur noch zum Frühstück.


Zum Mittagessen gibt es grünes Curry mit Tofu und „Reis“. Hui, zuuu scharf, mein lieber Schwan. Ich muss einige Blevitas zur Entschärfung dazu essen.

Wenige Dörrmangos gibt es noch am Nachmittag und Zuhause dann einige Nüsse und ein wenig vegane 85%-ige schwarze Schokolade. Kein Vergleich zu richtiger Schokolade, aber immerhin.


Basisinsulin 5 IE (ich erhöhe langsam wieder)

Kurz wirkendes Insulin weggelassen


- Erster Tag nach der Kur –

Und bereits eine neue Herausforderung. Soll ich mein Insulin direkt auf die Zeit vor der Kur erhöhen? Da ich eher ein vorsichtiger Mensch bin, werde ich mein Basisinsulin langsam wieder erhöhen. Schliesslich möchte ich nicht „im Seich“ landen.

Heute bin ich mit meiner Mama und meinem Bruder zum Brunch verabredet. Ich spritze 4 IE kurz wirkendes Insulin. Mein erster „Latte“ seit 9 Tagen, juhuu und Gipfeli und Brötli. So lecker!! Ich geniesse mein richtiges Frühstück enorm. Zum Mittagessen nehme ich nochmals einen Shake ein, da noch Pulver übrig blieb. Abendessen nehme ich wieder normal zu mir. Mit dem Spritzen halte ich mich dennoch etwas zurück, weil heute wieder Tanzkurs ist. Blutzuckertechnisch verläuft alles wunderbar und ich bin nie zu hoch.


Basisinsulin 6 IE

Kurz wirkendes Insulin weggelassen


- Sechster Tag nach der Kur –

Fast eine Woche später – es geht mir gut, allerdings sind meine Werte seit letztem Mittwoch nicht mehr ganz so stabil. Einige Ausreisser nach oben gab es die Tage. Mein Basisinsulin hielt ich immer noch bei 6 IE und werde es heute Abend wieder auf 8 IE erhöhen. Zu meinen Mahlzeiten spritze ich wieder meine 4 Einheiten kurzwirkendes Insulin.


Mit dem Essen schaue ich immer noch, dass ich jeweils genug Gemüse und Obst esse. Mit der Schokolade ist es noch etwas schwierig, da ich diese doch vermisste und jetzt die Tage zugreifen „musste"


Ein Fazit zur Kur selber möchte ich gerne noch abgeben:

Das C9-Programm hat mir gut gefallen. Ich fand es eine tolle Erfahrung und spannend zu beobachten, wie der Körper auf die Umstellung reagiert. Insgesamt hatte ich mir das Verzichten schwerer vorgestellt als es nun eigentlich war. Ich bin enorm stolz auf mich, dass ich es durchgezogen habe. Erstaunlich fand ich vor allem auch wie enorm stabil mein Blutzucker die gesamte Zeit über war, klar hi und da brauchte es einige Früchte, aber ich bin nie über 10.00mmol gestiegen und Insulin brauchte ich fast keines. Dadurch fühlte ich mich sogar fast wieder gesund. Abgenommen habe ich etwas mehr als 2Kg. Das bedeutet, ich darf in den kommenden Tagen wieder zuschlagen J natürlich allerdings mit vielen gesunden Lebensmitteln;)

Die Kur empfehle ich allen weiter, die sowohl ein gesünderes Leben führen möchten, als auch mehr Energie haben wollen. Ein Schups oder eben 9 Tage in die richtige Richtung können vielleicht bei einer Umstellung helfen. Ich hoffe es bei mir und schaue dann nach einem halben Jahr wieder...


Falls du dich ebenso dafür entscheidest, besprich auf jeden Fall dein Vorhaben mit diversen (Fach-) Leuten und schätze verantwortungsbewusst ab, ob es mit deinem Diabetes auch machbar ist und gehe auf gar keinen Fall Risiken ein!!! Ich habe alle meine Anpassungen langsam/in kleinen Schritten vorgenommen, meinen BZ häufiger als sonst gemessen und Kohlenhydrate, meistens in Form von Früchten, gegessen, wenn es erforderlich war.


Bild 1: Tagesdiagramm Tag 9


Bild 2: Durchschnitt der letzten 14 Tage (etwas über die Kur hinaus)





Bild 3: Zielbereich in den letzten 7 Tagen (komplett während der Kur)


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