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Sommerzeit, Festivalzeit

Aktualisiert: 20. Apr 2019

Im Winter 2018 erlebte ich gerade meine erste Ferien-Herausforderung mit meinem Diabetes Typ 1. Ein halbes Jahr später hatte ich nicht mehr mit der Kälte sondern mit der Hitze zu kämpfen.


Ich hatte ein Ticket für das weltweit grösste elektronische Tanzmusik Festival – das Tomorrowland. Bereits ein Jahr zuvor reiste ich nach Boom in Belgien, um dieses Highlight das erste Mal zu erleben, allerdings „diabeteslos“.

So war nun irgendwie das zweite Mal doch wieder das erste Mal :D.

„Super duper“. Wie schütze ich mein Insulin dieses Mal vor der Hitze? Wie viel Vorrat nehme ich mit? Hält mein Sensor in der Menschenmenge? Ich werde da viel laufen / mich bewegen... Wie wirkt sich dies auf meinen Blutzucker aus? Alkohol wird auch getrunken. Nicht dass ich mich da sinnlos „besaufe“, wie bereits in meinem „Wein, Wein, mein“-Text geschrieben, trinke ich nicht sonderlich viel. Aber ein-, zweimal pro Tag ein Bier o.ä. kann es schon auch sein, ist schliesslich ein Festival :D

Mein Essen werde ich da kaum abwägen und meine Essenszeiten auch nicht genau einhalten. Oh je...

Irgendwie waren meine Sorgen unbegründet und alles verlief wunderbar! Auch als Diabetikerin kann man auf ein Festival gehen und viel Spass haben. Ich war übrigens fünf Tage dort und habe gezeltet.

In meinen Koffer packte ich einen zusätzlichen Sensor für alle Fälle. Ebenfalls nahm ich je zwei Wegwerf-Pens mit lang- und schnellwirksamem Insulin, und je eine Refill-Ampulle mit. Diese verstaute ich in meiner kleinen Kühltasche. Diese legte ich dann auf dem Festivalgelände zusätzlich in eine grössere Kühlbox. So war mein Vorrat gesichert. Meine anderen beiden Pens trug ich jeweils im Frio-Behälter (Insulin Travel Wallet – frio.ch) in der Bauchtasche mit mir umher. Dieses „Ding“ ist enorm praktisch. Man legt die Innentasche einmal für ca. sechs Minuten in kaltes Wasser ein, bis die Kügelchen sich entfalten und gelförmig werden. Dann wischt man mit einem Tuch darüber und steckt das ganze zurück in die Schutzhülle. Die Gelkügelchen geben danach das aufgenommene Wasser in den nächsten zwei bis fünf Tagen an die Umgebung ab und kühlen somit das Insulin. Damit das ganze allerdings reibungslos funktioniert, darf der Frio-Behälter nie luft- oder wasserdicht aufbewahrt werden. Ich liess daher meine Bauchtasche immer etwas offen, damit der Luftkontakt hergestellt blieb.

An einem Festival kommen die Menschen einem doch schon sehr nahe, so dass ich meinen Sensor am zweiten Tag beinahe verlor. Ich wurde zum Glück von einem deutschen Mädchen angesprochen. Sie bot mir ein Pflaster an. Sie hatte ebenfalls einen Sensor an ihrem Arm und diesen mit einem transparenten Pflaster festgeklebt. Dank ihr hielt meiner bis zum fünften und somit letzten Tag. Kurz nach dem Festival bestellte ich mir bei diastuff.de ein Libre Fix. Sobald mein Sensor etwas locker sitzt oder ich in grössere Menschenansammlungen gehe, ziehe ich diesen an. Übrigens gibt es auf dieser Internetseite supercoole Sticker für den Sensor. Ich trage immer Einen. Sieht irgendwie hübscher aus, finde ich. Ist dann mehr wie ein Schmuckstück/Tattoo. Und auf einem Festival kommt das doch ganz gut ;)

Da ich zu dem Zeitpunkt immer noch in meiner Honeymoonphase war und ziemlich wenig Insulin brauchte, konnte ich manchmal eine ganze Mahlzeit ohne zu spritzen essen. Durch die Bewegung glich sich das ziemlich gut aus. Abends, vor dem zu Bett gehen, musste ich meistens noch etwas Kleines essen, da ich sonst in einem Hypo gelandet wäre.

Noch ein Tipp für Festival-Mädels; Ich spritze mir das „Fiasp“ (schnellwirksames Insulin) immer in den Bauch und ich trage gerne hin und wieder ein Kleidchen. Für das Festival haben sich Kleidchen mit „Bauchausschnitt“ bewährt :D.


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